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Familiendigitalisierung Teil 3: Chancen

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Nachdem ich im vorherigen Teil einige Probleme erläutert habe, lass uns nun abschließend den Fokus auf das Positive legen.

Bei allen Maßnahmen und Einschränkungen gilt: Nicht das Kind schelten, wenn es schafft, diese zu umgehen. Im Gegenteil, es hat wahrscheinlich einige hilfreiche Sachen fürs Leben dabei gelernt. Lieber offen darüber reden, wofür diese gut sind, und dem Kind in die Eigenverantwortung helfen.

Spielerisch Lernen

Zuguterletzt können Spiele durchaus nützlich sein - genau wie Brettspiele wie Schach ja auch von Erwachsenen aller Generationen respektiert werden, gibt es respektable Computerspiele, die fördern und fordern. Hier ist ein frühes Eingreifen sinnvoll, denn wenn sich ein Spiel einmal im Freundeskreis etabliert, wird es schwierig noch Änderungen zu erwirken. Dagegen sind die Kinder am Anfang, und hier spreche ich aus Praxiserfahrung, sehr offen für diese Welt und lassen sich gerne leiten, wenn man ihnen Angebote gibt.

Spiele wie "Niche" entwickeln ein Verständnis für Biologie und Genetik ganz praktisch, während in Minetest (wie Minecraft, aber frei und flexibler) die Kreativität ausgelebt werden kann (ich habe damals in Minecraft auch einiges über Baumarten und Englisch gelernt ^^) und bei Epistory das Zehn-Finger-Tippen in einem bunten Abenteuer trainiert wird. In Human Resource Machine lernt man unmerklich Programmierung in Assembler und für Fortgeschrittene bietet sich Hacknet oder Orwell an, um komplexere Zusammenhänge der Digitalisierung zu erfassen.

Hier findet ihr meine kleine, immer wieder mal aktualisierte Liste empfehlenswerter Spiele: https://itch.io/c/3157202/puzzle

Von einer Sache würde ich dabei abraten: Spielekonsolen. Einerseits sind viele der vorausgenannten Spiele dort nicht verfügbar, und andererseits sind diese nur aufs Spielen begrenzt. Mein erstes Gerät war ein Laptop, und ich entdeckte schon bald die Freuden des Programmierens - das wäre mit einer Konsole nicht möglich gewesen. Dazu etablieren portable Geräte wie die Nintendo Switch eine permanente Verfügbarkeit, die die Kreativität des Kindes verstümmeln. Ein Laptop dagegen trägt man nicht dauernd mit sich herum und es ist eine gewisse Hürde, ihn anzumachen. Genau das macht ihn am Anfang geeignet, und es muss ja auch nicht der schnellste sein ;)

Alternativen Nutzen

Es gibt durchaus Alternativen zu bestehenden großen Anbietern, sie sind bloß selten bekannt. YouTube Kids ist eine nette Entwicklung, aber von der Wertevermittlung immer noch recht fragwürdig. http://gominno.com dagegen ist ein christlicher Streamingdienst hervorgegangen aus VeggieTales, der für ein paar Euro im Monat eine breite Auswahl an Serien mit Wertefundament bietet. Die gibt es meines Wissens nach zwar nicht auf Deutsch, aber die Kleinen interessiert das wenig und die Größeren lernen dabei gleich etwas Englisch :)

Auch die Filmauswahl ist relevant, sei es nun als Gemeinschaftsevent oder allein. Die meisten Filme und Serien der letzten Jahrzente sind durchtränkt von unrealistischen romantischen Vorstellungen und einer Profanisierung der Sexualität als vergnügliche Aktivität. Das Thema der Magie ist auch ein Streitpunkt, wenn man sich an der Bibel orientiert. Narnia dagegen ist eine berührende Geschichte, die das Herz des Christentums metaphorisch vermittelt. Auch die neue Serie The Chosen ist ein guter Ausgangspunkt.

Auch Reihen wie "Die 3 vom Ast" und "Nicht wie bei Räubers" sind sehr zu empfehlen, in welcher medialer Form auch immer.


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